Mai 20

Freiheit ist eine Holschuld

Erkenntnis Nummer sechs aus den Neun Tipps für dein bestes Pferd im Stall“, dem Artikel, den ich zu Sara Menzel-Bergers Blogparade vor einigen Wochen geschrieben habe, lautet:

Freiheit ist eine Holschuld.

Klingt unspektakulär und wenn ich diese Aussage in den Raum stelle, nickt fast jeder automatisch. Und doch handeln wir im Alltag so oft nicht danach. Deshalb greife ich diese Überschrift hier noch einmal separat auf. 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wir müssen erst noch….

So oft denken wir nämlich, wir müssten erst noch irgendwelche Dinge tun, bevor wir das haben oder machen können, was wir wirklich wollen. Sei es, dass wir einen Wunsch schon formuliert haben oder sei es, dass wir das unbestimmte Gefühl haben, dass wir etwas verändern wollen: immer müssen wir erst noch dieses oder jenes machen, die zusätzliche Fortbildung abschließen, den neuen Mitarbeiter finden, … you name it.

Das Problem damit ist, dass wir die Freiheit, das zu tun, was für uns wirklich wichtig ist, nicht von allein bekommen.

Wenn du jetzt sagst: Ich muss erst noch … und dann brav alles erledigt hast, was du dir vorgenommen hast – dann frag dich mal, wie häufig es dir schon passiert ist, dass bis dahin etwas Neues auf deinem Tisch gelegen ist? Wieder etwas, das du erst noch tun musst, bevor du dich darauf konzentrieren kannst, was dir wirklich wichtig ist.

Der Inbegriff von Freiheit

Warum hast du eigentlich ursprünglich den Weg gewählt, eine eigene Kanzlei zu gründen?

Niemand von uns muss eine eigene Kanzlei gründen. Mal ehrlich, wir können als Steuerberater sehr, sehr gut bezahlt in einem Angestelltenverhältnis arbeiten.

Du hast dir aber nicht nur die Freiheit genommen, den weiten, langen und manchmal schmerzhaften Weg bis zum Steuerberater zu gehen, sondern du hast zusätzlich auch entschieden, das in deiner eigenen Kanzlei umsetzen!

Also: Warum willst du eine eigene Kanzlei?

Warum willst du dich all diese täglichen Herausforderungen stellen, die da sind:

  • selbst dafür zu sorgen, dass Büroräume da sind
  • selbst dafür zu sorgen, dass eine IT-Infrastruktur da ist
  • selbst dafür zu sorgen, dass die richtigen Mandanten in die Tür kommen und dir die richtigen Aufträge erteilen
  • selbst dafür zu sorgen, dass unterm Strich ein Gewinn übrig bleibt
  • selbst dafür zu sorgen, dass du ein gutes Inhabergehalt verdienst
  • selbst dafür zu sorgen, dass es seinen Mitarbeitern gut geht

 All das eben, was da an Infrastruktur durch dich noch zusätzlich gewährleistet werden will.

Warum tust du all das?

Wenn ich diese Frage mit meinen Kunden bespreche, dann bekomme ich ganz häufig in etwa diese Antwort: „Hey, ich will die Freiheit haben, meine Kanzlei so zu gestalten, wie ich es haben möchte. Ich möchte nicht nach der Pfeife von jemand anders tanzen. Ich möchte nicht, dass jemand anders die Mandate für mich auswählt. Ich möchte nicht, dass ich Dinge tun muss, auf die ich keine Lust habe.

Ich möchte mir aussuchen können, mit wem ich arbeite und welche Aufträge ich annehme und woran. Ich will Gestaltungsfreiheit.“

Da ist es wieder, das Wort Freiheit

Wenn wir uns dann unsere Kanzleien anschauen, stellen wir meist fest, dass wir diese Freiheit eigentlich überhaupt nicht wahrgenommen haben. Wir haben Mandanten angenommen, von denen wir uns hinterher fragen, wie das eigentlich passiert ist. Wir führen Leistungen aus, die uns keine Freude machen. Wir haben Abhängigkeiten geschaffen, bei denen wir das Gefühl haben, wir können uns nicht so frei bewegen, wie wir wollen. Wir haben eine Infrastruktur aufgebaut, die von uns verlangt, dass wir bestimmte Rahmenbedingungen finanziell, zeitlich, fachlich herstellen, die uns beschränken.

Und irgendwo auf der Strecke ist das Gefühl von Freiheit verloren gegangen. Und das ist auch nicht schlimm, denn es passiert wirklich fast jedem von uns.

Doch irgendwo im Hinterkopf haben wir immer noch den Wunsch nach Freiheit. Denn du hättest nicht all das auf dich genommen, wenn der Wunsch nach Freiheit nicht so tief in dir verankert wäre.

Deshalb lehne ich mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, du hast immer noch den Wunsch, diese Freiheit in deiner Kanzlei zu leben. Der Haken an der Sache ist, das passiert nicht von alleine – genau wie alles andere, was du in deiner Kanzlei geschaffen hast.

Wenn du gerade an einem Schreibtisch in der Kanzlei sitzt, dreh dich mal um, schau dir an, was alles da ist. Geh durch die Räume und schau in die Gesichter deiner Mitarbeiter. Schau deine Mandantenliste an oder die Mandanten, die gerade durch deine Kanzlei streifen, falls gerade jemand da ist. Schau dir all das an! All das hast du selber geschaffen. 

Vielleicht erfüllt dich das jetzt mit Stolz und Freude oder vielleicht auch mit dem befangenen Gefühl: „Irgendwie fühlt es sich gerade gar nicht so frei an, wie ich es mir wünsche.“

Es liegt in deiner Hand, diese Freiheiten ab sofort für dich zu beanspruchen, solltest du sie nicht schon wahrgenommen haben. Versprich dir selbst: „Möglicherweise habe ich in den letzten 15, 20 oder 30 Jahren diese Freiheit nicht voll für mich beansprucht. Nichtsdestotrotz bin ich immer noch der Meinung, ich habe es verdient und dann werde ich sie ab jetzt beanspruchen.“

Freiheit hat kein Verfallsdatum

Freiheit ist nichts, bei dem man sagt: „Ach, schade, jetzt habe ich sie nie ausgeübt, jetzt ist sie leider weg.“

Nein, du hast jeden Tag die Möglichkeit, deine Freiheit auszuüben und dir Schritt für Schritt das zurückzuholen, was du eigentlich gern anders gemacht hättest. Wenn … ja wenn du schon am Anfang bestimmte Dinge gewusst hättest, die du leider erst im Laufe der Zeit gelernt hast.

Mach die Dinge heute anders, es ist nichts verloren.

Dein angeborenes inneres Recht auf Freiheit ist nach wie vor da. Du kannst jederzeit entscheiden, Dinge anders zu machen, als sie bisher waren und du hast jetzt die Erfahrung, dir zu überlegen, wie denn das vonstatten gehen soll.

Niemand sagt, du sollst dein Boot abbrennen und schauen, ob du ganz alleine schwimmen kannst. Darum geht es nicht. Worum es jedoch geht ist, dieses Boot aktiv zu steuern. Das ist deine Freiheit.

Doch es wird niemand kommen und zu dir sagen: „Oh, schau mal, jetzt hast du die Freiheit, leg los und mach, was du willst!“

Nein. Alles, was in deiner Welt ist, hat eigene Interessen. Die Aufträge, die du angenommen hast, die Menschen, die dahinterstehen, deine Mitarbeiter, deine Vermieter, wer auch immer. Sie alle haben ihre eigenen Interessen und sie sind dafür verantwortlich ihre eigenen Freiheiten wahrzunehmen.

Wenn du Freiheit willst, dann bedeutet das, du musst sie dir nehmen.

Und da schließt sich der Kreis zur letzten Episode, als wir festgestellt haben, jedes Ja ist ein Deal. Du darfst dir die Freiheit nehmen zu entscheiden, wozu du ja sagst und wozu du Nein sagst. 

Momentan sind vielleicht 100 % deines Lebens bereits mit Jas und Neins gefüllt und es geht darum, Jas, die sich nicht mehr richtig anfühlen, gegen ein Nein zu tauschen. Und natürlich auch ein Nein, das sich nicht richtig anfühlt, durch ein Ja zu dir selbst zu ersetzen.

Die Verantwortung dafür liegt bei dir. Freiheit ist eine Holschuld, sie fällt uns nicht in den Schoß. Freiheit ist nichts, was irgendwann kommt, wenn ich erst X, Y und Z hinter mich gebracht habe. Deine Freiheit beginnt heute.

Ab heute, jeden Tag ein bisschen mehr

Heute triffst du die Entscheidung, dass du dir in Zukunft deine Freiheit holst und ausübst. In dem Rahmen, in dem es Sinn ergibt. Konsequent einen Schritt nach dem anderen und jeden Tag ein kleines bisschen mehr. Wir haben die Situation, in der wir uns befinden über Jahre hinweg so geschaffen, deshalb können wir sie natürlich nicht gut über Nacht ändern. Doch du kannst die Situation Schritt für Schritt zurückdrehen oder einfach in eine andere Richtung lenken. Aber das ist deine Freiheit, deine Kanzlei. Mir ging es damals genauso mit meiner Kanzlei 😉

Unser früherer Bundespräsident hat mal gesagt: Verantwortung ist die Freiheit der Erwachsenen.

Zuerst habe ich ein bisschen damit gehadert. Was meint er damit? Als ich lange genug darüber nachgedacht hatte, erschien es mir dann richtig. Er hat vollkommen recht. Es geht um die Frage: Welche Verantwortung übernehmen wir? Welche Verantwortung lassen wir bei dem, zu dem sie gehört? Was übernehmen wir? Wie üben wir unsere Freiheit aus?

Als Erwachsene wissen wir, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat, dass wir immer mit allem einen Deal eingehen. Und wir haben die Freiheit zu entscheiden, welchen Deal wir eingehen und welchen nicht.

Nimm jetzt DEINE Freiheit wahr. Triff deine Entscheidung in dem Bewusstsein, dass es sowohl dein Recht als auch deine Verantwortung ist, deine eigene Freiheit zu leben. Deine Wunschkanzlei ist ein besonderer Ausdruck von deiner persönlichen Freiheit. Sie beginnt mit dir und mit dem, was du dir wünschst.

Das erste Wort in Wunschkanzlei ist „Wunsch.“ Du hängst an diesen Wunsch ein Datum, machst daraus ein Ziel und dann beginnst du einen Schritt nach dem anderen auf dein Ziel zuzugehen.

Es ist deine Freiheit und deine Verantwortung.

 Wenn du mehr solche Impulse rund um deine Wunschkanzlei möchtest, schau vorbei auf www.benita-koenigbauer.de, komm in den nächsten Wunschkanzlei-Workshop, hör dir den Podcast an und teile deine Gedanken mit uns.

Gemeinsam macht es immer noch mehr Spaß und ich freue mich darauf, wenn wir uns dort wiedersehen.

Bis dahin ein herzliches Servus!

Deine Benita


Tags

Abenteuer Wunsch-Kanzlei, Berater, Erfolg, Freiheit, Lebenszeit, Mandanten, Selbstfürsorge, Ziele


Über die Autorin

Ich bin Benita Königbauer, Profit First Professionals-Ausbilderin, zertifizierte Fix-This-Next-Beraterin, Finanz-Coach, Wirtschaftsmediatorin und Steuerberaterin aus München und ich finde: das Unternehmerleben darf auch leicht sein! Falls Du Dich also schon mal gefragt hast, warum manche Unternehmer offenbar einfach mühelos erfolgreich sind und andere scheinbar immer 'von-der-Hand-in-den-Mund" leben, weißt Du schon, wo ich mich am liebsten tummele :)


Außerdem bin ich Übersetzerin für "Bürokratisch - Deutsch", "Umständlich - Deutsch" und "Peinlich - Deutsch" im Bereich Finanzen und Erfolg. Ich schreibe und spreche also über Themen, um die wir gerne einen Bogen machen und deshalb dann eben oft auf der Stelle treten.

Diese Blogartikel könnten dir auch gefallen:

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

Hinterlasse mir gerne einen Kommentar zu diesem Artikel:

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
>