Mai 27

Was Beratung mit Rosenzüchten zu tun hat

Was hat deine Kanzlei mit Rosenzüchten zu tun? Im ersten Moment vielleicht nichts. Doch bei näherer Betrachtung wirst du schnell erkennen, dass eine Kanzlei und eine Rosenhecke zumindest eine Sache gemeinsam haben. Wenn wir nicht aufpassen und sie tun lassen, was sie möchten, dann wachsen beide unglaublich schnell und unglaublich üppig.

Auf den ersten Blick scheint es ein Luxusproblem zu sein und es mag so manch einem große Freude bereiten dabei zuzusehen, wie die Kanzlei oder auch die Rosenhecke wächst. Dennoch gibt es tatsächlich eine zweite Parallele zwischen den beiden, die uns die Aufgabe gibt, buchstäblich in die Rolle des Gärtners zu schlüpfen.

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Unser Beruf bietet uns ja insgesamt reichlich Möglichkeiten, immer wieder neue Ideen zu entfalten und neue Äste an unserer Kanzlei-Rosenhecke zu entdecken. Es erfüllt uns natürlich mit Freude, dass da neue Blüten entstehen und das motiviert, uns richtig reinzuhängen. Genau wie bei der Rosenhecke.

Zu viele Blüten wiegen schwer

Im ersten Moment ist das sehr inspirierend und auch ein Grund zur Freude. Nach einer Weile stellen wir jedoch fest, um beim Bild der Rosenhecke zu bleiben, dass diese vielen Blüten auf den neuen und noch ganz zarten Ästen, unglaublich schwer wiegen können.

Vielleicht hast du es schon mal beobachtet. Wenn eine Hecke eine Zeit lang nicht getrimmt worden ist, dann wachsen die Äste zuerst in die Höhe und machen danach einen Bogen. Die üppigen Blüten an den Zweigen hängen dann ein bisschen nach unten und genau das, ist etwas, was wir bei der Rosenhecke nicht gerne sehen. Es sieht zwar nett aus, ist aber für die Hecke ein unglaublicher Kraftakt, diese schweren Blüten dauerhaft zu tragen.

Ganz ähnlich ist es mit deiner Kanzlei. Wenn hier und dort was Neues wächst und alles wunderschöne Blüten trägt, ist das schön anzusehen. Aber du merkst vielleicht auch, dass es zunehmend anstrengender wird.

Es ist kräftezehrend all diese Blüten zu tragen, da die Äste und die Stämme noch gar nicht so ausgewachsen sind, dass die Kraft dafür vorhanden ist.

Kümmere dich um die Blüten deiner Kanzlei

Wenn du also der Gärtner deiner eigenen Wunschkanzlei und deiner eigenen Rosen bist, darfst du dich um all diese Blüten und Äste auch kümmern. Du darfst sie versorgen und du darfst Energie hineinstecken.

Genau das tut die Rosenhecke ja auch. Du als Hobby-Gärtner gehst dann vielleicht erst mal hin und düngst sie und versuchst sie mit aller Kraft dabei zu unterstützen, all diese Pracht zu erhalten.

Wenn du aber schon einmal beobachtet hast, was Profi-Gärtner tatsächlich mit Rosenhecken tun, blutet unsereinem im ersten Moment das Herz. Wir haben hier eine große Hecke vor meinem Haus, da konnte ich das sehr schön beobachten.

Die Profis gehen nämlich tatsächlich her und schneiden viele diese wundervollen Äste rigoros herunter – und zwar bis auf den Stamm. Dann sieht die zuvor üppige Rosenhecke erst einmal sehr klein und niedlich aus. Im ersten Moment erscheint einem das ein bisschen traurig, denn die großen Blüten liegen am Boden und eigentlich ist es ein Jammer, weil sie einfach so wunderschön sind.

Doch wenn du dann ein bisschen wartest, dann wächst alles viel prachtvoller, viel stärker und viel energetischer nach als je zuvor!

So bekommt deine Hecke Stabilität

Durch das regelmäßige Trimmen wachsen der Stamm und die Äste stärker nach. Dadurch können sie viel, viel besser die Pracht tragen, die dann wieder aufs Neue entsteht.

So entstehen wirklich schöne, dichte und preisverdächtige Rosenhecken.

Im Laufe der Jahre habe ich beobachtet, dass es tatsächlich das Gleiche mit unseren Kanzleien ist.

So sehr wir uns von den vielen Möglichkeiten, wie wir unsere Mandanten glücklich machen können, begeistern lassen, kostet es uns am Ende sehr, sehr viel Kraft.

An jedem zarten Ästchen für jeden Mandanten eine eigene Blüte bereitzuhalten, ist unglaublich anstrengend.

Deswegen ist es wichtig, dass du dir gelegentlich Zeit nimmst, einen Schritt zurücktrittst und entscheidest, welche dieser Blüten erstmal gehen dürfen, da sie den Stamm deiner Kanzlei nur schwächen und da du – auf Dauer – die Energie gar nicht aufbringen kannst oder nicht aufbringen möchtest, um diese drei Blüten noch extra mit Energie zu versorgen.

Weniger ist mehr

Dieses Zurücktreten und Anschauen vermeiden wir ganz häufig, weil es uns wie ein Misserfolg erscheint.

Wir haben ja oft dieses Gefühl, es muss ja irgendwie immer mehr, größer und besser werden und sich erweitern.

Etwas wegzunehmen, etwas abzuschneiden, einen Rückschritt zu machen, erscheint uns persönlich oft ein wenig wie ein Misserfolg. Genau das ist es, was ich dir heute mitgeben möchte:

Deine Rosenhecke zurückschneiden, deiner Kanzlei die Chance zu geben, nachhaltig in die Höhe und ins Volumen zu wachsen, mit dem, was du wirklich machen möchtest, ist kein Misserfolg.

Es ist für dich das Medium, um deine Kanzlei zu der Stärke heranwachsen zu lassen, die du dir wünschst.

All die tollen Aufträge, die vielleicht super spannend sind, die aber vielleicht “nur” Einzelaufträge sind: auch die darfst du genossen haben, und es ist wichtig, dass du sie genießt und dass du Freude daran hattest.

Doch überlege dir, ob du sie auf Dauer erhalten möchtest. Oder möchtest du vielleicht aus all diesen Blüten, die du auf Dauer nicht brauchen kannst, einen kleinen Strauß binden und ihn mit Freude einem Kollegen übergeben? Damit er seine eigene Rosenhecke daraus züchten kann.

Manchmal sind es auch gar keine Blüten mehr und dann darf das gerne auch zu Kompost werden, auf dem dann woanders etwas ganz anderes entstehen kann 😉

Genau deswegen ist es völlig in Ordnung, wenn du gelegentlich deinen Mandanten-Stamm, dein Leistungsportfolio oder auch die gesamte Struktur deiner Kanzlei in Ruhe betrachtest und dich fragst:

Was davon möchte ich jetzt ganz bewusst zurückschneiden, damit Neues und Gutes auf den noch stärkeren Stämmen meiner Kanzlei wachsen kann?

Nimm dir Zeit. Ich weiß, das ist gerade nicht so einfach, aber du wirst im Endeffekt mehr Zeit, mehr Ressourcen und mehr Energie haben. Deswegen bitte ich dich jetzt einmal kurz in den Schmerz zu gehen und dir diese Zeit zu nehmen.

Es muss kein ganzes Wochenende sein, manchmal reichen schon zwei Stunden, die du auch nicht notwendigerweise in der Kanzlei verbringen musst. Such dir einfach einen ruhigen Ort und durchdenke, was du in den letzten Jahren hinzugefügt hast, was dir vielleicht auch Freude gemacht hat und was sich für dich jetzt im Moment nur mehr anstrengend anfühlt.

Finde deinen Weg

Gärtner schneiden ihre Rosenhecke immer in einer konzertierten Aktion zurück. Das ist eine tolle Idee und es ist super, wenn man das machen kann. Es bedeutet aber nicht, dass dies der einzige Weg ist.

Das heißt, wenn du jetzt keine Zeit und keine Energie hast für eine vollständige strukturelle Veränderung, dann muss das auch nicht sein. Du kannst mit ganz, ganz kleinen Schritten starten, innerlich deine Kanzlei betrachten und reinfühlen:

Welche Äste oder welche Blüten meiner Kanzlei-Rosenhecke sind eher belastend, als dass sie mir Freude machen? Oder verlangen Ressourcen von mir, die ich nur unter großen Anstrengungen bereitstellen kann?

Egal, wie nett der Mandant ist, egal wie interessant der Auftrag ist, letztlich bleibt ein Gefühl der Anstrengung und Erschöpfung. Das sind die Äste, die du vielleicht als Erstes zurückschneiden möchtest.

Dabei kannst du dir überlegen:

Ist das ein Geschäftsfeld – ist es ein Stamm – den ich weiter wachsen lassen möchte? Oder war es einfach eine interessante Ablenkung, die ich gerne mitgenommen habe, die ich aber für die Zukunft nicht zu wiederholen brauche?

Wenn du entschieden hast, dass du diesen Ast nicht mehr brauchst, kannst du dir Folgendes überlegen: 

Was kannst du tun, damit er ein gutes Zuhause findet, damit er irgendwo bei jemandem in der Vase steht und ihm Freude macht? Damit er nicht mehr dein Ast ist und du ihn nicht mehr mit Energie versorgen musst.

Wie gesagt, wenn du einen Raum hast für eine konzertierte Aktion, dann macht das gerne in einem Schwung. Falls du diesen Raum aber nicht hast, lass dich davon bitte nicht aufhalten.

Es geht hier in dieser Serie darum, die psychische und die seelische Gesundheit in deiner Wunschkanzlei zu gewährleisten. Das bedeutet: lass dich nicht davon aufhalten, dass du nicht alles auf einmal regeln kannst, sondern sorge für deine seelische Gesundheit, indem du heute einen winzigen Schritt unternimmst und heute dafür sorgst, dass du morgen mehr Energie für die Dinge aufwenden kannst, die dir wichtig sind.

Das ist mein Tipp für dich in dieser Woche. Ich hoffe, es hilft dir. Ich würde mich freuen, wenn wir darüber sprechen. Schreib mir gerne einen Kommentar oder eine Nachricht oder melde dich in der Abenteuer Wunschkanzlei Community.

Ich freue mich sehr, wenn du diesen Artikel mit anderen teilst, damit wir mehr Menschen erreichen können und damit es mehr Wunschkanzleien in der Welt gibt.

Bis bald,

deine Benita.


Tags

Abenteuer Wunsch-Kanzlei, Berater, Erfolg, Freiheit, Mandanten, Selbstfürsorge, Steuerberater, Wachstum


Über die Autorin

Ich bin Benita Königbauer, Profit First Professionals-Ausbilderin, zertifizierte Fix-This-Next-Beraterin, Finanz-Coach, Wirtschaftsmediatorin und Steuerberaterin aus München und ich finde: das Unternehmerleben darf auch leicht sein! Falls Du Dich also schon mal gefragt hast, warum manche Unternehmer offenbar einfach mühelos erfolgreich sind und andere scheinbar immer 'von-der-Hand-in-den-Mund" leben, weißt Du schon, wo ich mich am liebsten tummele :)


Außerdem bin ich Übersetzerin für "Bürokratisch - Deutsch", "Umständlich - Deutsch" und "Peinlich - Deutsch" im Bereich Finanzen und Erfolg. Ich schreibe und spreche also über Themen, um die wir gerne einen Bogen machen und deshalb dann eben oft auf der Stelle treten.

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