September 16

Der Schuster hat immer die schlechtesten Schuhe

Der Schuster hat immer die schlechtesten Schuhe.

Na, hast du gerade genickt? Klar, hast du, wir wissen doch alle, dass es so ist.

Aber WARUM ist das eigentlich so?

Hat ein Schuster keine anständigen Schuhe verdient?

Kann ein Schuster auf magische Weise ohne gute Schuhe auskommen?

Hat er vielleicht Hufe oder Pfoten, die Schuhe überflüssig machen?

Ich wette, jetzt hast du nicht genickt, oder? Denn: Nein! Selbstverständlich braucht auch ein Schuster gute Schuhe und selbstverständlich hat er sie auch verdient.

Genau, wie auch du es verdient hast, dass deine Wünsche, deine Ziele und deine Bedürfnisse mit derselben Priorität behandelt werden wie die deiner Kunden.

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Eigentlich ist es sogar besonders wichtig, dass du deine Wünsche, deine Ziele und deine Bedürfnisse mit derselben Priorität wie die deiner Kunden behandelst. Denn, damit du in deiner vollen Kraft und deiner vollen Energie bist, brauchst du vernünftige Versorgung und du musst dich wohlfühlen in deiner Haut. Nur dann kannst du deine PS voll auf die Straße bringen und am Ende haben alle etwas davon, auch deine Kunden – logisch, oder?

Warum erzähle ich dir das also?

Eigentlich ist es doch klar, oder?
Eigentlich müsste ich dir das nicht erzählen.

Doch warum klappt es dann eigentlich nicht?
Woher kommt dieser, Jahrzehnte oder Jahrhunderte alte Spruch, dass der Schuster immer die schlechtesten Schuhe hat?

Wir hören uns selbst nicht zu

Nachdem ich viel darüber nachgedacht, meine Kunden und mich beobachtet und mit vielen Menschen darüber gesprochen habe, scheint es eigentlich ganz einfach:

Der Grund dafür ist, dass unsere eigenen Ziele, Wünsche und Bedürfnisse von Natur aus keine eigene Stimme besitzen.

Außer natürlich der Stimme in unserem Kopf, unsere eigene Stimme. Doch mit unserer eigenen Stimme haben wir das Problem, dass wir sehr früh und sehr gut gelernt haben, wie man sie zum Schweigen bringt.

Meistens kommt noch hinzu, dass wir in unserem Alltag eben oft gerade nicht gebrauchen können, auch noch EIGENE Wünsche, Ziele und Bedürfnisse zu haben. Denn meist sind wir schon viel zu sehr mit den Wünschen, Zielen und Bedürfnissen derer beschäftigt, die sich an uns gewandt haben. Die unserer Kunden zum Beispiel oder die der Menschen in unserem Leben, die uns lieb und teuer sind – und die haben für uns eben eine hohe Priorität. Es ist wichtig für uns, deren Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen.

Tja, und wenn wir dann bis unter die Hutkrempe mit den Prioritäten der anderen beschäftigt sind, haben wir einfach nicht mehr so viel Kapazitäten für unsere eigenen Wünsche, Ziele und Bedürfnisse.

Um dieses Dilemma aufzulösen, haben wir Strategien entwickelt, wir unsere eigene innere Stimme, die uns an unsere eignene Wünsche, Ziele und Bedürfnisse erinnert, zum Schweigen zu bringen, indem wir in etwa sagen: Ja, ja, ich weiß, aber jetzt nicht.

Und aus diesem „jetzt nicht“ wird dann „vielleicht morgen“, „vielleicht die nächsten Tage“ oder „vielleicht im nächsten Jahr“.

Kein Vorwurf hier, es ist einfach viel leichter, die eigene Stimme zum Schweigen bringen als die Stimmen der anderen. Die melden sich nämlich schon, wenn sie Wünsche und Bedürfnisse haben, von denen sie erwarten, dass wir sie erfüllen, notfalls vehement. Sie kommen zu uns, sie erinnern uns daran, sie halten uns im Commitment.

Versuche mal, ein Kleinkind von seinen Wünschen, Zielen und Bedürfnissen abzuhalten … deren innere Stimme funktioniert nämlich ganz hervorragend 😉

Was kannst du also tun, damit das für dich selbst auch Wirklichkeit werden kann?

Im Grunde ist es ganz einfach und wahrscheinlich denkst du es dir auch schon. Aber wie immer ist es leichter gesagt als getan.

Wir dürfen unseren eigenen Zielen und Wünschen und Bedürfnissen eine Stimme geben.

Und zwar nicht unsere eigene, die wir so leicht überfahren können, sondern eine andere. Denn, falls du dich das fragst: es ist überhaupt nichts verkehrt mit dir, falls es das alleine nicht so richtig gut gelingt, deine innere Stimme zu hören. Dazu haben wir über die vielen Jahre, die wir diese Strategie schon praktizieren, viel zu gut gelernt diese Stimme einfach zu überhören.

Du kannst wieder lernen dir zuzuhören

Doch dein Gehör für die eigene Stimme ist nicht verloren, du kannst diese Fähigkeit wiedergewinnen. Du kannst wieder lernen, deine innere Stimme als wichtig wahrzunehmen. Nur leider nicht von heute auf morgen. Denn wir haben meist nicht über Nacht verlernt auf unsere innere Stimme zu hören, sondern es hat in der Regel ein paar Jahre gedauert. Deshalb kannst du das Rad auch nicht gleich über Nacht wieder zurückdrehen. Es braucht einfach Zeit.

Wichtig ist nur zu verstehen, dass es einfach eine Verhaltensweise ist, die wir gelernt haben. Eine Verhaltensweise übrigens, die manchmal auch sehr nützlich ist. Es ist gut und wichtig, dass wir hin und wieder unsere eigenen Bedürfnisse zurückzustellen können. Das Problem daran ist, dass viele Menschen haben das als Dauerzustand akzeptiert haben und davon wollen wir wieder weg.

Also, was kannst du heute für dich tun?

Du kannst, bis du wieder so weit bist, deine eigene Stimme zu respektieren, dir die Stimme von jemand anderem ausleihen, um deine Wünsche, Ziele und Bedürfnisse zu unterstreichen.

Wie das funktioniert?  Ganz einfach, über gegenseitiges Commitment.

Zum Beispiel habe ich mich diesen Monat, mit einem lieben Kollegen von mir, zum Steuererklärungs-Coworking verabredet. Das heißt, ich mache meine Steuererklärung und er macht seine Steuererklärung.

Ja, man sollte vielleicht meinen, so ein Steuerberater macht doch seine eigene Steuererklärung mit Links. Doch ich kann dir versichern, das Gegenteil ist der Fall. Falls du ein Steuerberater bist, weißt du es eh: unsere eigenen Steuererklärungen werden quasi immer zuletzt erledigt (und häufig mögen wir die eigene am allerwenigsten). Zuerst kommen die der Mandanten und dann kommt irgendwann unsere eigene. Wie beim Schuster mit den schlechtesten Schuhen. Genau deshalb haben wir uns verabredet, damit uns das dieses Jahr nicht wieder passiert. Diesmal wollen wir es frühzeitig „von der Backe“ haben.

Also, was haben wir gemacht?

Die Steuererklärung meines Kollegen hat jetzt meine Stimme und meine Steuererklärung hat jetzt seine Stimme. Ich werde ihn erinnern, er mich. Es fällt mir viel schwerer seine Stimme zu ignorieren als meine eigene und umgekehrt geht es ihm genauso. Er tut sich viel härter damit, meine Stimme zu ignorieren als seine eigene.

Um dieses Potenzial zu nutzen, haben wir uns gegenseitig dazu verpflichtet, uns an einem bestimmten Tag zu treffen und unsere jeweiligen Steuererklärungen fertig zu stellen und wir erinnern uns auch regelmäßig daran, damit wir es nicht vergessen.

So wie es unsere Mandanten auch mit uns tun.

Wir haben uns also die Stimme eines jeweils anderen für unser eigenes Ziel geliehen.
Das nennt sich neudeutsch Commitment.

Deine Aufgabe heute ist also:

Finde irgendeinen Wunsch, ein Ziel oder ein Bedürfnis, das du schon eine Weile unerfüllt mit dir herumträgst.
Finde einen solchen Ansatzpunkt und gib ihm eine Stimme.
Bring die PS des Commitments hinter die Erfüllung dieses Ziels oder dieses Wunsches.
Such dir jemanden dazu, der gut versteht, wo du gerade stehst und was genau du jetzt brauchst, um richtig ins Tun zu kommen.

Das kann ein lieber Kollege sein, wie bei mir. Jemand, dem du dich auch so verpflichtet fühlst, dass du sagst: Also ganz ehrlich, das kann ich jetzt nicht bringen, hier jetzt auszubüxen.

Idealerweise nicht unbedingt Family and Friends, denn die haben häufig eine eigene Agenda und du willst sie auch nicht damit belasten, von dir vielleicht in einem Stressmoment zurückgewiesen zu werden.

Was, wenn du keine andere Stimme zur Verfügung hast?

Falls du niemanden kennst, der dir geeignet erscheint, gibt es Menschen, die dich professionell im Commitment halten und ich bin eine davon. Du kannst dir also meine Stimme leihen.

Aus diesem Grund habe ich auch den Love your Business SPRINT entwickelt, in dem sich meine Teilnehmer (und ich) uns gegenseitig über 90 Tage, auf ein größeres Ziel mit ein wenig Substanz verpflichten und durch regelmäßige Check-Ins sicherstellen, dass die notwendigen Schritte zum Erfolg auch wirklich passieren – egal wie sehr der Alltag versucht, sich uns in den Weg zu stellen! Damit wir daran denken, unsere Ziele jede Woche mit hoher Priorität zu behandeln – gleichwertig neben all den wichtigen Aufgaben, die wir für unsere Kunden und Mandanten wahrnehmen.

Es geht übrigens nicht um Egoismus, oder darum, dass du jetzt plötzlich deine Wünsche über alles andere stellst. Das fällt uns ohnehin meistens schwer und das ist auch nicht der Punkt.

Es geht darum, dass deine Bedürfnisse, Wünsche und Ziele die gleiche Prioritätsstufe erreichen wie die deiner Kunden, denn das hast du verdient!

Falls du also gerade niemanden zur Verfügung hast, schreib mir, oder melde dich noch schnell an für den nächsten Love your Business SPRINT. Jetzt gerade geht es noch, je nachdem, wann du diesen Blogartikel liest, läuft vielleicht gerade eine Runde, doch es wird bald wieder eine neue starten.

Natürlich bin ich auch immer gern im 1:1 Coaching für dich da oder in einem meiner anderen Programme.

Das Wichtigste ist: bring die PS des Commitments hinter die Erfüllung deiner Wünsche und deiner Ziele!

Das ist mein Wunsch an dich heute.

Ich schicke dir liebe Grüße,

Servus!

Deine Benita


Tags

Abenteuer Wunsch-Kanzlei, Berater, Business, Energie, Erfolg, Selbstfürsorge, Unternehmer, Wunschbusiness, Ziele


Über die Autorin

Ich bin Benita Königbauer, Profit First Professionals-Ausbilderin, zertifizierte Fix-This-Next-Beraterin, Finanz-Coach, Wirtschaftsmediatorin und Steuerberaterin aus München und ich finde: das Unternehmerleben darf auch leicht sein! Falls Du Dich also schon mal gefragt hast, warum manche Unternehmer offenbar einfach mühelos erfolgreich sind und andere scheinbar immer 'von-der-Hand-in-den-Mund" leben, weißt Du schon, wo ich mich am liebsten tummele :)


Außerdem bin ich Übersetzerin für "Bürokratisch - Deutsch", "Umständlich - Deutsch" und "Peinlich - Deutsch" im Bereich Finanzen und Erfolg. Ich schreibe und spreche also über Themen, um die wir gerne einen Bogen machen und deshalb dann eben oft auf der Stelle treten.

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